Cookie-Hinweis Smartphone

10.02.2013

Anonymes Google-Konto erstellen

Anonymität ist relativ


Unter normalen Voraussetzungen ist keine totale Anonymität möglich. Google erfasst zwar nicht, wer man ist, wenn man das nicht selbst mitteilt, theoretisch ist man aber immer identifizierbar, weil man ja mit einer IP-Adresse im Netz unterwegs ist und über einen bestimmten Webknoten ins Netz geht und weil das Gerät, mit dem man sich mit Google verbindet, eine individuelle Kennung hat, die erfasst wird. Üblicherweise werden diese Daten aber nicht dazu genutzt, um identifiziert zu werden, wenn nicht gerade Strafverfolgungsbehörden oder kriminelle Hacker wissen wollen, wer man ist.

Was man aber darüber hinaus gegenüber Google preisgibt und was man veröffentlicht, das kann man in gewissem Maße selbst steuern.



Weshalb Anonymität Sinn macht


Wer sich im Internet irgendwo registriert und aktiv wird, der begibt sich in die Gefahr, seinen Namen und das Bild von sich zu beschädigen und zu viel von sich preiszugeben, was man später vielleicht bereut. Deshalb sollte man sehr sorgfältig darauf achten, dass man überall da, wo es geht, anonym bleibt. Insbesondere, wenn man etwas ins Netz stellt, das man später absehbar oder unter gewissen Umständen nie mehr wird löschen können, ist es hilfreich, wenn das nichts ist, was zweifelsfrei mit einem persönlich in Verbindung gebracht werden kann. Außerdem kann man zwar einerseits am aktuellen Elektronik-Massen-Hype teilnehmen wollen, aber dennoch nicht den möglichen bedrohlichen Folgen der Datensammlung, die damit verbunden ist, unnötig viel Vorschub leisten wollen.

Wozu die Registrierung eines Google-Kontos dient


Mithilfe der Registrierung eines Google-Kontos unter https://accounts.google.com/ kann man kostenlose Google-Produkte nutzen, die einer Anmeldung bedürfen, also beispielsweise ein Blog betreiben oder lesendes Mitglied in einem nichtöffentlichen Blog werden, in den man eingeladen wurde. Bei der Registrierung geht es darum, dass man bei Google Daten angibt, mit denen man sich künftig in Angeboten anmelden kann und darum, dass Google weiß, wie es einen kontaktieren kann.

Für eine Registrierung bei Google sind nur 3 Datensätze wirklich nötig und wichtig:


  1. Mailadresse, bei einem anderen Anbieter bereits bestehende, erreichbare
    (Die dann als Benutzername gilt und und über die Google einen erreichen kann.)
  2. Passwort
  3. Geburtsdatum
    (Weil Kinder kein Google-Konto erstellen dürfen. Mindestalter in Deutschland: 13 Jahre)


Gefragt, aber nicht nötig sind:


  • Echtname
  • Mobiltelefonnummer
  • Erstellung eines Google-Profils bzw. eines Google+ Profils


Wie man ein anonymes Google-Konto erstellt


  • Tragen Sie bei Vorname und Nachname einfach sonstwas ein, etwa sowas wie Vorname: Pille, Nachname: Palle. Man muss aber Namen vermeiden, die echte Menschen tatsächlich haben könnten, weil man sonst deren Identität beschädigen könnte. Identitätsdiebstahl ist verboten! Auch Unternehmensnamen, Produktnamen, Ortsnamen, ... muss man vermeiden, weil man auch da Rechte verletzen würde.
  • Das Geburtsdatum muss nicht exakt sein, es muss nur deutlich werden, dass Sie alt genug sind (Mindestalter in Deutschland: 13 Jahre). Im Falle von Unregelmäßigkeiten könnte Google später nochmal nach dem Geburtsdatum fragen. Da es im Konto nirgends angezeigt werden wird, muss man sich seine Angabe notieren, wenn es sich nicht um das exakt eigene Datum handelte.
  • Die Emailadresse, die man angibt, sollte von einem etablierten Freemailer sein. Man sollte aus ihr nicht die eigene Identität ablesen können, also Adressen wie etwa aabbcc@freemailer1.xy oder undercover@freemailer2.xy wären geeignet. Es sollte eine Adresse eines etablierten Freemailers sein, weil dieser voraussichtlich sein Angebot ewig aufrecht erhalten wird und man diese Adresse somit voraussichtlich lebenslang hat, weil sie nicht abhängig ist vom Aufrechterhalten eines kostenpflichtigen Vertrags. Emails an diese Adresse sollte man in kurzen Abständen regelmäßig kontrollieren. Damit man schnell genug auf eventuelle Benachrichtigungen reagieren kann. Es sollte immer genug Speicherplatz im Postfach frei sein, um Emails empfangen zu können.
  • Das Feld für eine Mobilfunknummer kann man einfach freilassen.
    Die externe Mailadresse reicht völlig aus, um benachrichtigt werden zu können und auf Benachrichtigungen reagieren zu können.
    Bei Unregelmäßigkeiten bzgl. des Zugangs zum Konto (man meldet sich z.B. ungewöhnlicherweise mal über ein Netz am anderen Ende der Welt ein, weil man in Urlaub ist) lässt Google zwar nur eine Rückmeldung per SMS zu, es reicht aber, wenn man erst dann eine Mobilfunknummer angibt; denn wenn man noch keine angegeben hatte, fordert Google einen dann nochmal separat auf, eine Mobilfunknummer anzugeben, an die Google einem das, was später rückgemeldet werden soll, schicken kann. Der Laie fragt sich, wie das dann gegen Missbrauch helfen kann, wenn man eine beliebige Mobilnummer eines Einheimischen von sonstwo angibt, der einem netterweise behilflich ist. Eine Antwort darauf habe ich auch nicht. Möglicherweise will man aber einfach nur die Anmeldung über anonymisierende Netzwerke, die ja ebenfalls mit einer IP von sonstwo einhergehen, verhindern; denn das passt nicht zu Googles Interesse, Nutzungsprofile zu erstellen.
    Ob Google die fremde Mobilfunknummer dann dauerhaft speichert, weiß ich nicht. Also direkt im Konto nachsehen und sie dann sofort löschen, sonst hat man bei der nächsten Unregelmäßigkeit das Problem, dass die Nachricht für die Rückmeldung automatisch an das fremde Mobiltelefon geschickt wird und man eventuell keinen Zugriff mehr darauf hat.
  • Die Erstellung eines Google/Google+-Profils sollte man keinesfalls aktivieren.
  • Bei der Registrierung sollte man von den Feldern, in die man Haken setzen oder aus denen man sie heraus nehmen kann, nur bei der Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Haken setzen. Die anderen Haken, die man setzen kann, sind nicht notwendig, nützen einem nichts und stehen Anonymität entgegen.


Wie man die Anonymität auch im Weiteren bewahrt


Neuerdings landet man nach dem Anklicken des Links in der Email für seine Registrierungsbestätigung auf einer Google+-Seite, um sich da anzumelden. Verlassen Sie die Seite! Die gehört nicht mehr zur Registrierung Ihres Googlekontos. Sie müssen sich da nicht anmelden! Ihre Registrierung ist bereits abgeschlossen und Google+ benötigen Sie nicht. (Stand: 17.07.2013)

Um die Anonymität des Google-Kontos nicht nachträglich zu beschädigen, sollte man das Konto nur für das Nötigste nutzen und keinerlei weitere Daten angeben.
  • Wird man irgendwo nochmals nach Vorname und Nachname gefragt, dann muss man weiterhin vermeiden, seinen Echtnamen anzugeben.
  • Man sollte auch nachträglich nirgends seine Mobilfunknummer angeben. Die primäre externe Mailadresse und die alternative zweite externe Mailadresse reichen völlig aus, um notfalls erreicht werden zu können.
  • Man sollte auch nachträglich kein Google-Profil erstellen; denn das ist öffentlich. - Offenbar gibt es für eine Profilerstellung mittlerweile (17.07.2013) eh nur noch Google+.
  • Wenn man ein Produkt aktiviert und einen Anzeigenamen nennen soll, muss man daran denken, einen Decknamen, wie etwa Rumpelstilzchen anzugeben, der nicht auf einen schließen lässt.
  •  Bei der Wahl und Nutzung von Produkten oder der Teilnahme in aktivierten Produkten anderer sollte man immer bedenken, welche identifizierenden, persönlichen Daten dabei zusätzlich mit dem Konto verknüpft werden könnten, vor allem aber, was davon öffentlich werden könnte.
  • Wenn man sein Blogger-Profil bearbeitet (das automatisch bei Aktivierung erstellt wurde, weil es den Blog-Namen enthält, mit dem Posts und Kommentare unterschrieben werden) dann sollte man da keinesfalls noch mehr rein schreiben oder gar ein Foto von sich reinstellen und es am besten außerdem auf Nichtöffentlich stellen, was da möglich ist.
  • Google+ sollte man nicht nutzen. Zwar kann man ein Google+-Profil anonym einrichten, aber beim Teilen kann man seine Anonymität viel zu leicht beschädigen. Um das Optimieren von Bildern abstellen zu können, kann man das Profil aber anonym einrichten und es dabei belassen.


Weiterführende Links




Ute Ziemes, sg.utez.de, 10.02.2013, Aktualisierung: 17.07.2013, Ergänzung: 03.08.2013, Änderung: 17.01.2014, 21.01.2014, 29.06.2014

5 Kommentare:

  1. Vielen Dank für den super Beitrag!!

    AntwortenLöschen
  2. Google verlangt eine Mobilnummer zur bestätigung.Also ist der Artikel nicht mehr aktuell

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt nicht, die Angabe der Mobilnummer ist nach wie vor nicht nötig. Ich habe eben zum Test nochmal ein neues Googlekonto angelegt. Eine Freemailadresse reichte völlig aus. Das Feld für die Emailadresse musste ich dazu von einer google-Adresse auf "meine aktuelle Adresse" umstellen. Das Feld für die Mobilnummer konnte ich freilassen. An die Freemailadresse ging ein Bestätigungslink. Der Klick darauf führte zwar zu einer 404-Seite, aber das System hat dennoch die Bestätigung registriert. Vorsichtshalber habe ich nämlich die Linkadresse noch mal kopiert und händisch eingefügt und aufgerufen und mir wurde angezeigt, dass die "Email-Adresse bereits bestätigt" sei und es gab einen Weiter-Link zu den Konto-Einstellungen. Um ein Google-Produkt zu aktivieren, das man mit dem Konto nutzen will, kann man die Adresse des Produkts eingeben und es aufrufen und sich mit seinen Kontodaten dort anmelden. Ist man noch im Konto angemeldet, muss man nur das Passwort nochmal eingeben.

      Löschen