Cookie-Hinweis Smartphone

31.07.2015

Zweck und Wert des Cookie-Hinweises

Hier steht etwas über die Pflicht, das Einverständnis für das Setzen von Cookies einzuholen, wenn man welche setzen will. Und es steht hier etwas über die Möglichkeiten diese Pflichten zu erfüllen und die Unterstützung, die Blogger dafür bietet.

Die Pflicht

Die sofortige, auffällige und umfassende Informierung über das Setzen von Cookies ist in der EU von Rechts wegen Pflicht. Eigentlich schon seit spätestens Mai 2011, aber lange hat man sich in der EU schwer damit getan, dieser Pflicht nachzukommen. Mittlerweile ist die Umsetzung der Richtlinie aber in den einzelnen Ländern und bei den Webseitenbetreibern schon sehr weit fortgeschritten.

Es geht darum, dass man ohne Einverständnis der Nutzer, keine Daten von ihnen sammeln darf. Dazu muss der Nutzer genauestens darüber informiert werden, welche Daten wie gesammelt werden und was damit passiert. Wie das Einverständnis eingeholt werden soll, ist strittig. In der Richtlinie steht, dass man es erst einholen muss, bevor man ein Cookie setzt. In den Eu-eigenen Erläuterungen dazu steht wiederum irgendwo, Einwilligung oder Ablehnung könnte mittels Browsereinstellung mitgeteilt werden.

Möglichkeiten wären insgesamt:
  • Stillschweigende Zustimmung, indem man die Website weiter nutzt
  • Stillschweigende Ablehnung, indem man die Website verlässt
  • Zustimmung via Browser-Einstellung
  • Ablehnung via Browser-Einstellung
  • Zustimmung via Klick (Opt-In)
  • Ablehnung via Klick (Opt-Out)

Bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht, zu dem die Länder bis Mai 2011 verpflichtet waren, kamen daher unterschiedliche Lösungen raus und diese können ihrerseits recht schwammig sein. In Deutschland hält man das Telemediengesetz für ausreichend. Danach muss man informieren und - wie auch immer - ermöglichen, der Erstellung und Verwendung eines Nutzungsprofils zu widersprechen. Ein Antrag, Opt-In darin als Pflicht aufzunehmen, ist an Interessen der Wirtschaft gescheitert.

Da es wohl so ist, dass jeder Anbieter im WWW sich nur dann gegenüber Web-Surfern der verschiedenen Länder rechtlich korrekt verhält, wenn er die jeweilige Regelung des Landes, in dem die Website geöffnet wird, beachtet, müsste man wohl eine Opt-In-Lösung anbieten, weil diese die strengste mögliche Auslegung der Richtlinie ist.
Blogger's Hinweis dazu

Meine Möglichkeiten die Pflicht zu erfüllen

Das kann ich
Ich kann darüber informieren, dass Cookies gesetzt werden, wenn im Browser deren Akzeptanz eingestellt wurde und, dass man die Einstellung ändern und bereits erhaltene Cookies löschen kann. Und ich kann die genaueren Informationen über Google's Cookies, die Google veröffentlicht hat, verlinken. Ich kann das auch in beiden Blog-Versionen auffällig platzieren.
Das kann ich nicht
Ich sehe für mich keine Möglichkeit, eine andere Art der Einverständniserklärung zu realisieren, als Google sie bietet, also der über die Browsereinstellungen.

Oder kann man mit einem Script die Google-Routine davon abhalten, schon sofort und weiterhin Cookies zu setzen, wenn eine Adresse aufgerufen wird, die auf Googles Servern liegt? Oder kann man mit einem Script einen Klick anbieten, über den automatisch die Browsereinstellungen geändert werden und bereits eingetragene Cookies gelöscht werden? Kann man mit einem Script die Zugriffe auf das Blog, die aus den Ländern mit strengeren Regeln kommen, verhindern - vor dem Setzen eines Cookies zudem? Ich kann das alles nicht.

Blogger's Unterstützung

Wer keinen eigenen sofortigen und auffällig platzierten Hinweis über den Einsatz von Cookies realisiert hat, hat mit Blogger's Cookie-Hinweis zumindest schon mal das Grundlegendste, nämlich eine Informierung über den Einsatz von Cookies, Art der Cookies und darüber, wie man deren Einsatz verhindern kann oder sie löschen kann. Zusammen mit den Infos unter "Weitere Informationen" ist das erfüllt.

Google's Info-Seiten zu Googles Cookies sind aktuell sehr übersichtlich und verständlich. (Ein erfreuliches Resultat der EU-Richtlinie. Vor Jahren habe ich nämlich keine Chance gesehen, meinen Pflichten in der Datenschutzerklärung nachzukommen. Links zu Google waren damals wenig hilfreich.)
Infos zu den Cookies
Titel: So verwendet Google Cookies
https://www.google.com/policies/technologies/cookies/
Infos für die Blog-Admins
Titel: Cookies-Benachrichtigung in Ländern der Europäischen Union
https://support.google.com/blogger/answer/6253244

In der Info für die Blog-Admins ist auch ein Hinweis, wie man den Inhalt der Einblendung ändern kann oder die Einblendung verhindern kann. Das ist noch nicht umfassend genug erklärt, aber Tüftler finden es schnell heraus. Das könnte aber auf der Seite noch verbessert werden, dann könnte man sich die Tüftelarbeit und Beratung dazu ersparen.

Da man mit modernen Browsern das HTML und CSS eines bestimmten Bereichs einer geöffneten Webseite anzeigen lassen kann, kann man auch in Erfahrung bringen, mit welchen CSS-Kommandos man die Gestaltung des Cookie-Hinweis-Einblendung ändern kann. Da die Einblendung eines grauen Balkens doch eine starke Beeinträchtigung des Blog-Designs darstellen kann, wird Blogger vermutlich irgendwann eine bequemere und für alle realisierbare Möglichkeit anbieten, zumindest die Farben zu ändern.

Noch reagiert die Einblendung aber nicht bei allen möglichen Standardeinstellungen in Blogs auf Veränderungskommandos, wie sie sollte. Da wird also nachgebessert werden müssen.

Das Script, das in allen Vorlagen verknüpft ist und realisiert, dass in beiden Versionen aller Vorlagen diese Info angezeigt wird, ist übrigens das: http://sg.utez.de/js/cookiechoices.js

Ob "choices" darauf hindeutet, dass es mal eine andere Wählmöglichkeit als die der stillschweigenden bzw. der über die Browsereinstellung geben wird? (Ich schätze, dass Google diesbezüglich nicht vorpreschen wird. Die Anforderungen könnten sich schließlich noch relativieren.)

Funktion der Cookie-Hinweis-Einblendung

Genau wie die alte, hat auch die neue Cookie-Hinweis-Einblendung von Blogger eine reine Informierungsfunktion. Der Klick auf "OK" bedeutet lediglich, dass man den Hinweis gesehen hat, nicht dass man zustimmt.

Per Klick auf "OK" verschwindet, speziell für diesen Nutzer und für die Dauer der Sitzung, lediglich die Einblendung des Cookie-Hinweises auf dem Blog. Dafür wird ein Cookie in den Browser des Nutzers gesetzt, das festhält, dass auf den Link geklickt (die Einblendung also wahrgenommen) wurde und dies wird dem Blog signalisiert. Das Cookie ist für die Dauer der Sitzung gültig. 

Google geht grundsätzlich von einer Zustimmung aus, wenn man in seinen Browsereinstellungen das Setzen von Cookies zulässt. Cookies sind also längst gesetzt, bevor man auf OK klickt und sie verschwinden auch nicht, wenn man das nicht tut oder das Blog verlässt. (Google wird freiwillig wohl auch nichts anbieten, um blogseits das Cookie-Setzen zu verhindern; schließlich ist das Cookies-Verteilen und Interessen- und Verhalten-Studieren, Grundlage ihres Kerngeschäfts. Da werden sie wohl kaum, wegen irgendwelcher Leute, die ihre Cookieverwaltung nicht im Griff haben, eine Kultur der vorauseilenden Cookievermeidung vorantreiben wollen.)

Der Text der Cookie-Hinweis-Einblendung ist deshalb aber auch irreführend; denn er erweckt den Eindruck, dass man durch Verlassen der Website, das Setzen von Cookies vermeidet, was einer stillschweigenden Zustimmung durch weitere Nutzung entsprechen würde. Google hat beim Öffnen des Blogs aber bereits Cookies gesetzt und entfernt sie auch nicht, wenn man das Blog verlässt. Richtig ist aber, dass Google das Verhalten auf dem Blog nicht weiter analysieren kann, wenn man sich da nicht weiter aufhält.

Makel der Cookie-Hinweis-Einblendung von Blogger


Wegen des folgend beschriebenen Makels, habe ich mich - überall da, wo es mir möglich ist - gegen die Nutzung der von Blogger vorgefertigten Einblendung auf meinen Blogs entschieden und nutze lieber Gadgets für Kurzhinweise und Link zu meiner Datenschutz-Seite.

Wenn jemand im Browser eingestellt hat, dass er Cookies nicht akzeptiert, kriegt er bei jedem nächsten Seitenaufruf die Cookie-Hinweis-Einblendung erneut angezeigt, weil das Cookie nicht gesetzt werden konnte, das den Klick auf "OK" speichert. Menschen, die auf Ihre Privatsphäre bedacht sind, werden deshalb mit diesen Einblendungen gequält und letztlich wohl vertrieben.

Da passt Blogger's Cookie-Hinweis-Text, der nahelegt, die Website zu verlassen, wenn man Cookies nicht mag, gut zu. Meinem Text unter "Datenschutz" aber, der auf die Möglichkeit hinweist, im Browser einzustellen, dass Cookies nicht akzeptiert werden sollen, läuft das zuwider.

Links zum Thema Cookie-Richtlinie:



Ute Ziemes, sg.utez.de,

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